Peter Michael Hasse


KLANG & STILLE I/ II, 2020
Acryl, Graphit und Schellack auf Leinwand je 80x100 cm
In der Ausstellung "DIE GROSSE", 2026 Düsseldorf, Kunstpalast
Peter Michael Hasse ist ein innovativer Künstler, der durch seine individuelle Arbeitsweise besticht. Abseits vom Mainstream kombiniert er verschiedene künstlerische Techniken, um emotionale und tiefgründige Werke zu schaffen. Seine Herangehensweise ist immer konzeptionell, wobei spontane Entscheidungen und Experimente eine wesentliche Rolle spielen.
Hasse arbeitet mit einer Vielzahl von Materialen, was ihm erlaubt, unterschiedliche Texturen und visuelle Effekte zu erzielen. Er ist bekannt für die Verwendung des Schellacks in seiner Malerei. Damit erschafft er eine weitere Bildebene, unter der er eine grafische Metaebene als subtilen Bedeutungsträger integriert. Hier geht die grafische Struktur mittels Graphit Textur und die Schellackübermalung mit ihrem leicht aleatorischen Charakter des Farbverlaufes eine originelle Verbindung ein. Seine gegenständliche Bildwelt ist nie Abbild der Realität, sondern eher eine, im weitesten Sinne, Konstruktion im Sinne des Surrealismus.
Insgesamt ist Peter Michael Hasses Arbeitsweise geprägt von einer kontinuierlichen Suche nach neuen Ausdrucksformen. Insbesondere in seiner späteren Schaffensperiode ist es ihm zunehmend wichtig, der gesellschaftlichen Reflexion einen bildhaften Ort zu geben.
Ein weiterer Aspekt seiner Arbeiten ist die Reflexion über den kreativen Prozess selbst. Er hält es für wichtig, die Entstehung seiner Kunstwerke zu dokumentieren, um den Entwicklungsschritt vom Konzept zum fertigen Bild erfahrbar zu machen. Diese Transparenz in seinen Schaffensprozess lädt die Betrachter ein, sich aktiv mit der Kunst auseinanderzusetzen.
Ein Großteil seiner ab 2019 entstandenen Arbeiten auf Leinwand sind Übermalungen früherer Arbeiten. Der Hintergrund dieser Vorgehensweise ist nicht nur eine ökonomische Entscheidung verworfenen Leinwände weiter zu nutzen. Die Nutzung von etwas Vorhandenem in einen neuen Zusammenhang zu stellen, spiegelt vielmehr eine Weiterentwicklung der künstlerischen Idee im Hinblick auf eigene, aktuelle künstlerische Positionen. Häufig lässt er einzelne Bildteile oder Bildspuren der ursprünglichen Komposition stehen. Das ursprüngliche Bild überarbeitet es meistens mit Spachtelmasse, dadurch verändert sich die Oberfläche des Malgrundes erheblich, was dazu einlädt, diese taktilen Spuren im neuen Werk gestalterisch aufzugreifen. „Das Alte lebt im Neuen weiter“ – eine für Hasse bedeutende, über die künstlerische Ebene hinausgehende Lebenserfahrung.
...aus einem Gespräch