Kunst

 

&

 

Geodäsie

INTERGEO  Berlin 2014

 

So wie der Vermesser versucht, mit Hilfe mathematischer Modelle die messbare Umwelt - Landschaft, Raum, Architektur, Wege u.s.w. dem planerischen Denken verfügbar zu machen, so ist der Künstler bemüht mit den Mitteln der Kunst eine neue Wirklichkeit zu schaffen, die nicht Ersatzwelt, sondern reale Symbolwelt sein will.
Während die Geodäsie eindeutige und direkt umsetzbare Anschauungsmodelle liefert, schafft die Kunst komplexe Modelle, die zwar nicht übertragbar sind, jedoch eine analoge Funktion zum Verständnis und Erlebnis von Wirklichkeit haben. Wenn im Umgang mit  Technik und Naturwissenschaft der Blick unter dem Druck der "Sachzwänge" sich zuweilen verengt, kann die Einlassung auf die "Kunstwelt" den Blick weiten und  d i e  Gelassenheit vermitteln, die Voraussetzung zu wirklich kreativem Handeln ist.

Aus diesem Spannungsfeld von Kunst und Geodäsie ist eine Serie von Collagen über einen längeren Zeitraum entstanden. Aus einer Mischung von traditionellen Mitteln, Papier, Klebstoff, Schneidemesser und neuen Techniken, wie digitale Bildbearbeitung, Scannen und digitaler Ausdruck sind Arbeiten entstanden, die ihren Bezug zu den großen Meistern dieses Genre, wie Max Ernst nicht verleugnen. Die Collage ist eine künstlerische Technik, die vorgefundene, authentische Bildelemente und Materialien aufgreift und in neue Bildzusammenhänge stellt.

Mit den Mitteln der Collage konnten die verwendeten Bildzitate - von den historischen Instrumenten der Geodäsie über die Figuren des französischen Radierers Jaques Callot und den Bildzitaten aus den berühmten Collageromanen von Max Ernst, bis zu CAD-Landschaftsaufnahmen materialadäquat genutzt werden.
Die Blätter sind Unikate und sämtlich unter Verwendung von farbigem, handgeschöpftem FABRIANO-Roma-Bütten entstanden.

P.M.H.

 

Zikadengeschrei

Collage auf Roma Bütten